Musikalisches Feuerwerk in Übach 2019

AACHENER ZEITUNG

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Neujahrskonzert der Jungen Philharmonie
Musikalisches Feuerwerk mit heilsamer Wirkung
15. JANUAR 2019 UM 09:42 UHR | Lesedauer: 3 Minuten

ÜBACH-PALENBERG. In der österreichischen Hauptstadt gehört das Neujahrskonzert der
Wiener Philharmoniker zu den gesellschaftlichen Höhepunkten des Jahreswechsels.
Die Stadt Übach-Palenberg verfügt zwar nicht über einen solch exzellenten
Klangkörper - aber auch für sie ist es schon feste Tradition, die Junge Philharmonie
Köln einzuladen, um das neue Jahr mit einem kulturellen Event erster Güte zu
begrü.en. Wieder einmal war die Aula des Pädagogischen Zentrums restlos
ausverkauft, denn die Ortsprominenz und zahllose Bürger wollten sich den
besonderen Kunstgenuss der Jungen Philharmonie Köln nicht entgehen lassen.

In einer kurzen Begrüssungsansprache hob Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch die
hohe Bedeutung der Musik für die Gesellschaft hervor und betonte, dass Musik
nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zum Abbau von Stress dienen könne und
somit eine heilsame Wirkung ausübe. „Wir alle können uns ein Leben ohne Musik
nicht vorstellen“. Und er wies auf die erfreuliche Tatsache hin, dass es in Übach-
Palenberg immer zwei Feuerwerke gebe - das eine zu Silvester und das andere von
der Jungen Philharmonie beim Neujahrskonzert.
Der Dirigent Volker Hartung und seine Musiker nahmen den Bürgermeister beim
Wort: Gleich die einleitende „Aufforderung zum Tanz“ von Carl Maria von Weber (in
der Orchesterversion von Hector Berlioz) sorgte nach verhaltendem Beginn mit
spritzigen Walzer-Rhythmen für festlich-frohe Stimmung. Noch mehr an Silvester
erinnerten die beiden Stücke aus der „Carmen-Suite“ von Georges Bizet, die einige
der populärsten Nummern aus der bekannten Oper aufklingen ließen und
stürmisch applaudiert wurden.
Ganz anders dagegen das „Clair de Lune“ von Claude Debussy: Hier konnte man in
die bezaubernd schöne und entrückte Klangwelt des französischen
Impressionismus eintauchen. Perlende Harfenklänge, hauchzarte Streicher und
betörende Kantilenen von Oboe und Klarinette setzten behutsame Farbtupfer, die
an Gemälde von Renoir und Monet erinnerten.
Dann zeigte die Junge Philharmonie, dass sie nicht nur hervorragende
Musikerinnen und Musiker, sondern auch fähige Komponisten in ihren Reihen hat:
Der Kontrabassist Mark Gertsel hatte nach Motiven von George Gershwin eine
G-Fantasy geschaffen, die an diesem Abend vorgestellt wurde. Das umfangreiche
Werk wies zwar in seinen ruhigen Abschnitten einige Längen auf, präsentierte sich
aber ansonsten farbig und abwechslungsreich und bot dem Violin-Solisten Arsenis
Selamazidis zahlreiche brillante Partien, bei denen sein großes virtuoses Können
zeigen konnte.
Wie immer gab Dirigent Volker Hartung zu jeder Programmnummer Erläuterungen,
die er nicht selten mit humorvollen Anekdoten würzte. So erfuhren die Zuhörer,
dass Johann Strauß seine „Lucifer-Polka“ aus Ärger nach dem Empfang eines
Steuerbescheides vom Finanzamt komponiert hatte - was man angesichts der frech
auftrumpfenden Musik gut nachvollziehen konnte. Das „Perpetuum mobile“ war
danach der letzte Beitrag vor der Pause.

War der erste Teil des Abends eher der ernsteren Klassik gewidmet, stand der
zweite Teil im Zeichen der leichteren Muse und der Operette. Zunächst erklang mit
„Wein, Weib und Gesang“ ein weiteres Stück aus der Feder des „Walzerkönigs“
Johann Strauß. Bei dem Rondo „La Campanella“ aus dem Violinkonzert Nr.2 in
h-moll von Niccolo Paganini hatte Arsenis Selamazidis nochmals prächtige
Aufgaben zu lösen, ebenso im nachfolgenden „Introduktion und Rondo
capriccioso“ von Camille Saint-Saens. Nicht weniger eindrucksvoll war der Auftritt
des Xylophon-Solisten Xiao Fu bei der „Erinnerung an Zirkus Renz“ von Gustav
Peter.
Und selbstverständlich durfte im Programm auch Jacques Offenbach nicht fehlen,
der vor genau 200 Jahren als Sohn des Kantors der Kölner Synagoge am Rhein das
Licht erblickte und später in Paris seine große Karriere machte. Mit der „Barcarolle“
aus „Hoffmanns Erzählungen“ und den „Can-Can“ kamen zwei seiner
berühmtesten Ohrwürmer zu Gehör.
Den Schlusspunkt setzte dann (wie schon mehrfach in der Vergangenheit) der
Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss. Danach konnten sich
Volker Hartung und die Junge Philharmonie dem tosenden Beifall des Publikums
stellen und bedankten sich mit einer Zugabe.


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